Endoskopie

Die endoskopische Untersuchung ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Abklärung von Erkrankungen des Atemtraktes, Verdauungstraktes sowie Harnapparates bei Kleintieren. Dabei werden mit geeigneten starren sowie flexiblen optischen Systemen die betreffenden Organe von innen untersucht. Dieses ermöglicht die direkte Beurteilung der inneren Strukturen eines Organs.

Die Untersuchungen können nur in Vollnarkose durchgeführt werden, da die Tiere aufgrund von Abwehrreaktionen die Untersuchung nicht tolerieren würden. Diese Narkosen werden in der Regel nur 15 bis 30 Minuten aufrechterhalten, bis die Untersuchungen fertiggestellt sind.

Wichtig ist es, zu begreifen, dass diese endoskopischen Untersuchungen häufig nur Hilfsuntersuchungen darstellen und nur nach geeigneter Vordiagnostik durch andere Untersuchungsmethoden wirklich zur Diagnose einer Erkrankung führen können. Dazu gehören Röntgenuntersuchungen, evtl. CT oder MRT, evtl. eine echokardiographische oder sonographische Diagnostik sowie Blutuntersuchungen.

Die Tracheobronchoskopie ist die endoskopische Beurteilung von Kehlkopf, Luftröhre und Bronchienn Sie wird bei Hund und Katze mit starren oder flexiblen Endoskopen durchgeführt. Beide Systeme erlauben ein Eindringen auch in kleinere Bronchien.

Einsatzgebiete für eine Tracheobronchoskope können Husten, atypische Atemgeräusche oder Atemnot unklarer Ursache sein sowie der ausgesprochene Verdacht auf einen Fremdkörper im Atemsystem. Bei dieser Untersuchungsmethode gelingt es häufig verschiedene chronische Entzündungen, Fehlbildungen wie der Luftröhrenkollaps oder andere schwere Grunderkrankungen im Atemsytem zu identifizieren. Zu berücksichtigen ist, dass die Endoskopie bei Verdacht auf einen Lungentumor ein wenig empfindliches Untersuchungsverfahren bei Kleintieren darstellt, da nur wenige Lungentumoren frühzeitig einen Einbruch in das Bronchialsystem aufweisen und somit häufig gar nicht mit der Endoskopie erkannt werden können. Hierfür sind andere bildgebende Untersuchungstechniken wie Computertomographie oder Thorakoskopie geeigneter.

Bei einer Tracheobronchoskopie sollte immer Abstrichmaterial für eine Zelldiagnostik des Bronchialsekretes sowie bakteriologische Untersuchungen gewonnen werden. Gerade mit der Zelldiagnostik gelingt es häufig erst spezifische Erkrankungen wie das feline Asthmasyndrom oder andere Bronchitisformen bei Hund und Katze zu diagnostizieren.

Einsatzgebiete für eine Rhinoskopie (Spiegelung der Nasenhöhlen) sind Nasenausfluss, nasale Atemgeräusche, Nasenbluten, Niesreiz sowie das Rückwärtsniesen. Bei dieser Spiegelung gelingt es häufig chronische Entzündungen, Fremdkörper, Tumoren oder Pilzinfektionen im Nasenhöhlensystem zu erkennen. Wie schon erwähnt ist auch eine Rhinoskopie nur als eine Hilfsdiagnostik aufzufassen und muss im Kontext mit anderen bildgebenden Untersuchungsverfahren wie MRT, CT, Röntgen- und Labordiagnostik interpretiert werden. Auch bei der Rhinoskopie wird mit flexiblen und starren optischen Systemen die Nasenschleimhaut direkt beurteilt. Wie auch bei der Tracheobronchoskopie ist für die Interpretation der Rhinoskopie die Entnahme von Schleimhautproben von großer Bedeutung. Ein Vorteil ist, dass diese Proben in unserer Klinik von einem erfahrenen klinischen Pathologen unmittelbar nach der Spiegelung beurteilt werden. So dass der Besitzer häufig schon am Untersuchungstag eine Diagnose erhält.

Die Gastroduodenoskopie oder Colorektoskopie sind Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes. Sie werden mit langen flexiblen Videoendoskopen durchgeführt. Dabei müssen die Tiere häufig länger vor einer Untersuchung nüchtern gehalten werden. So sollte bei einer Gastroduodenoskopie (Spiegelung von Magen und Dünndarm) die Tiere mindestens 20 Stunden nicht gefüttert werden, bei einer Colorektoskopie (Spiegelung des Enddarmes) sogar 24 bis 36 Stunden nicht gefüttert werden. Nur dadurch ist es bei einer Spiegelung erst möglich, diese Organe zu untersuchen. Diese Untersuchungen werden bei Fremdkörperverdacht sowie chronischem Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust, wiederkehrenden Bauchschmerzzuständen, längerer Appetitlosigkeit und anderen Beschwerden durchgeführt. Häufig gelingt es bei diesen Beschwerden näher aufzuschlüsseln, ob bei einem Patienten eher fütterungsbedingte Probleme, chronische evtl. sogar immunbedingte Entzündungen des Verdauungssystemes, Geschwüre oder sogar Tumorerkrankungen vorliegen. Die Behandlungen variieren bei diesen Diagnosen sehr stark. Auch bei Spiegelungen des Verdauungstraktes ist es unumgänglich, zahlreiche Gewebeproben zu entnehmen. Eine reine Betrachtung der Organe reicht für eine exakte Diagnosestellung oft nicht aus. Auch hier erfolgt in unserer Klinik ein Teil der Gewebediagnostik, was für die Einordnung der Erkrankung sehr hilfreich ist.

Auch der Harnapparat kann im Rahmen einer Zystoskopie (Blasenspiegelung) endoskopisch beurteilt werden. Ein Vorteil bei dieser Methode ist wiederum die Möglichkeit einer Gewebeentnahme unter Sichtkontrolle. Es gelingt hier häufig bestimmte Entzündungsformen oder auch Tumoren sowie schwer erkennbare Steinerkrankungen zu identifizieren.